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Sprechstunde für somatoforme Erkrankungen/funktionelle Störungen

Zielgruppe

Zielgruppe der Spezialsprechstunde sind Patientinnen und Patienten mit körperlichen Beschwerden, für die durch internistische, neurologische und andere Untersuchungsmethoden bisher keine bzw. keine ausreichende Erklärung und Behandlungsmöglichkeit für die vorhandenen Beschwerden gefunden werden konnte (z.B. chronische Schmerzzustände, Beschwerden des Magen-Darm-Traktes, Reizdarm, Schwindel, Tinnitus oder unspezifische Herz-Kreislaufreaktionen).

Konzept

Nicht selten leiden Menschen unter körperlichen Beschwerden, für die in medizinischen Untersuchungen keine ausreichende Erklärung gefunden wird. Solche Beschwerden können lange Zeit bestehen, sehr wechselhaft sein, und die verschiedensten Organsysteme betreffen. Sie können sich als Herz- und Kreislaufbeschwerden, Störungen der Atmung, der Verdauung, Schmerzen und einer Vielzahl weiterer Symptome äußern. Man spricht von „somatoformen“ oder „funktionellen“ Störungen.
Obwohl keine schlüssige körperliche Erklärung für die Beschwerden gefunden wird, besteht dennoch kein Zweifel daran, dass die Symptome echt sind und nicht eingebildet, und dass sie bei den Betroffenen zu erheblichen Einschränkungen und Leiden führen können. Dies untermauern auch aktuelle Befunde aus der Neurowissenschaft. Man weiß inzwischen, dass seelische Vorgänge hierbei eine wichtige Rolle spielen – als Folge der oft jahrelang erlebten Einschränkungen im Alltag, aber gelegentlich auch bei der Entstehung der Symptome, insbesondere im Rahmen von traumatischen Erlebnissen.

Somatoforme Störungen sind ausgesprochen häufig. Es wird angenommen, dass sie bis zu 60% der Bevölkerung in verschiedenem Ausmaß betreffen. Bei vielen Menschen sind diese Beschwerden so stark, dass sie ständig ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Allerdings sind z.B. medikamentöse Therapieansätze häufig nicht erfolgreich, so dass sich ausgesprochen chronische Verläufe ergeben können. Der Grund dafür ist, dass psychosomatische und stressbedingte Ursachen einer Erkrankung häufig nicht rechtzeitig erkannt werden. Viele Betroffene fühlen sich dann als „eingebildete" Kranke betrachtet, und suchen irgendwann Hilfen bei sog. alternativen Therapiemethoden, meist aber auch ohne dauerhaften Erfolg.

Die Psychosomatik versucht Hilfen im Umgang mit den Beschwerden zu geben, so dass diese im Verlauf abnehmen können. Beschwerden sind vorhanden und werden ernst genommen. Die gemeinsame Aufgabe ist es in der psychosomatischen Diagnostik zu erkennen, ob es einen für die Betroffenen nicht erkennbaren psychosomatischen Zusammenhang (z. B. Stressor) gibt zwischen psychischen und psychosozialen Belastungen in der individuellen Lebensgeschichte einerseits und den körperlichen Beschwerden andererseits. Daher ist ein interdisziplinäres Vorgehen notwendig. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik haben häufig zusätzlich weitere Facharztausbildungen. Wir arbeiten eng mit allen notwendigen medizinischen Disziplinen zusammen, z. B. mit der Klinik für Innere Medizin, der Klinik für Neurologie und dem Westdeutschen Kopfschmerzzentrum sowie mit vielen anderen Kliniken. Nur so können somatoforme Beschwerden unter Berücksichtigung körperlicher und psychischer Belange („ganzheitlich") diagnostiziert und behandelt werden.

Behandlungsangebot

Psychosomatische Therapie erfordert ein interdisziplinäres Vorgehen. Neben allen notwendigen medizinischen Maßnahmen steht aber die Psychotherapie im Vordergrund, die auf unterschiedliche Weise in einem integrativen Therapieansatz erfolgt. Sollte eine stationäre Behandlung notwendig sein, dann sollten Sie sich auf eine Behandlungsdauer von 6-12 Wochen einstellen. Es gibt aber auch viele ambulante Behandlungsmöglichkeiten. Darüber informieren wir Sie am besten in einem persönlichen Gespräch.

Aufnahme

Telefonische Terminvereinbarung für die ambulante Diagnostik über die Ambulanz der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Zum genannten Termin bitten wir eine Überweisung von Ihrem behandelnden niedergelassenen Arzt (in der Regel Psychosomatiker/Psychiater/Neurologe oder Hausarzt) mitzubringen.