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Fachthemen Pflege

Pflegeplanungsprozess mit Pflegediagnosen und Pflegevisite

Graphische Abildung der Maßnahmen die den Pflegeplanungsprozess abbilden
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Abb. Pflegeplanungsprozess

Patienten kommen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, psycho-sozialen Problemstellungen und Fähigkeiten zu uns, um sich behandeln zu lassen. Hierzu arbeiten wir mit den Pflegediagnosen nach NANDA (North American Nursing Diagnosis Association) und dem Instrument der Pflegevisite.

Um die individuelle Situation des Patienten möglichst umfassend und ganzheitlich analysieren zu können, Schritte, Ziele und Maßnahmen für die Behandlung gemeinsam mit dem Patienten festlegen zu können, bedarf es einer systematischen Informationssammlung, Erhebung der Krankheitsgeschichte (Anamnese) zum Gesundheitszustand und zum Gesundheitsverhalten wie des Einsatzes medizinischer und pflegerischer Diagnostik. Ziel der Behandlung ist eine bestmögliche Reintegration unserer Patienten in ihr individuelles Lebensumfeld sowie die Förderung von Eigenverantwortung und Autonomie.

Im Rahmen der Behandlung erhält jeder Patient ein geplantes, regelmäßig stattfindendes Gespräch (Pflegevisite) mit der Pflegefachkraft. Die Pflegevisite dient der Benennung von Pflegeproblemen und Ressourcen sowie der gemeinsamen Vereinbarung der Pflegeziele und Pflegemaßnahmen.

Die Pflegefachkraft unterstützt den Patienten dabei, seine individuellen Pflegeziele zu formulieren und die Pflegemaßnahmen selbst mit zu bestimmen. Der Patient erhält dadurch die Möglichkeit, Verantwortung für eigene Entscheidungen zu übernehmen und nimmt wahr, dass die Behandlung im Einklang mit seinen eigenen Zielen steht.

Expertenstandards

Im Zentrum unseres Handelns steht die bestmögliche pflegerische Versorgung der uns anvertrauten Patienten. So arbeiten wir auch nach den pflegerischen Expertenstandards. Diese wurden vom Deutschen Netzwerk für Quali-tätsentwicklung in der Pflege (DNQP) von einem Expertengremium aus Pflegewissenschaft, -management, -lehre und -praxis entwickelt. Zielsetzung der Expertenstandards ist die Förderung der Pflegequalität.

Adherence-Therapie

Seit Herbst 2014 bieten wir auf zwei Stationen unseres Klinikums die Adherence-Therapie an. Hierbei handelt es sich um eine strukturierte Intervention nach Gray & Robson. Ziel dieser, durch Adherence-Therapeuten durchgeführten, Maßnahme ist es, sich mit den Werten und Überzeugungen eines Menschen in Bezug auf die Einnahme der verordneten Medikamente auseinanderzusetzen und dadurch bessere Therapieerfolge zu erzielen. Es wird ein Arbeitsbündnis geschaffen, auf dessen Grundlage es dem Patienten möglich ist, seine Verhaltensweisen zu überdenken und so zu einer fundierten und eigenständigen Entscheidung zu gelangen.

Die medikamentöse Therapie stellt einen wichtigen Anteil im psychiatrischen Behandlungsprozess dar. Bei vielen unserer Patienten besteht der Wunsch, langfristig keine oder zumindest weniger Medikamente einnehmen zu müssen. Hier eignet sich die Adherence-Therapie als psychiatrisch-pflegerisches Angebot, um mit den Patienten ins Gespräch zu kommen.

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Prävention von gewalttätigem Verhalten in der Klinik für Forensische Psychiatrie mit der Früherkennungsmethode "Early Recognition Method"

Die Pflegenden arbeiten im Rahmen der Bezugspflege bei entsprechender Pflegediagnose mit der "Early Recognition Method" zur Prävention von gewalttätigem Verhalten. Bei dieser Methode stehen die Früherkennung und Intervention im Vordergrund, z.B. von Verhaltensauffälligkeiten, die dem Gewaltverhalten vorangehen können.

Die Methode zielt darauf ab, den Patienten darin zu schulen, sein eigenes Verhalten zu beobachten, Warnhinweise, die zu Gewalt führen können, zu identifizieren und alternative Handlungsweisen zu beschreiben, welche Gewaltentstehung verhindern.

Familiale Pflege

Die „Familiale Pflege“ bietet Angehörigen, die (zukünftig) zu Hause pflegen, kostenfreie pflegerische Beratung. Unsere Klinik hat zwei Mitarbeiterinnen der Station P2 und der Komfortstation zu Pflegetrainerinnen ausbilden lassen.

Ab Beginn des Krankenhausaufenthaltes bis 6 Wochen nach der Entlassung in das häusliche Umfeld bieten unsere Pflegetrainerinnen den Angehörigen Beratungsge-spräche, Familiengespräche, Pflegetrainings und Hausbesuche an. Die Angehörigen haben so die Möglichkeit Probleme zu besprechen, Fragen zu klären und viele, die Pflege erleichternde Informationen zu erhalten.

Familiale Pflege ist ein Modellprojekt, das von der Universität Bielefeld wissenschaftlich begleitet wird und von der Krankenkasse AOK (unabhängig von der Kassenzugehörigkeit unserer Patienten) finanziert wird.

Weiterführende Informationen er halten Sie auf den Seiten der Uni Bielefeld

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Angehörigengruppe der Station S2/Tagesklinik

Die Angehörigengruppe der Station S2/ TK richtet sich an Angehörige von Menschen, die von "harten", illegalen Drogen abhängig sind. Sie wird gemeinsam von einer Pflegefachkraft und der Sozialpädagogin moderiert und hat das Ziel der Aufklärung über breitgefächerte, suchtspezifische Themen.

Inhalte sind unter anderem die Aufklärung über verschiedene Substanzen und ihre jeweilige Wirkungsweise, die häufigsten Infektionskrankheiten sowie die Vorstellung des Hilfesystems.

Die Gruppe soll aber auch der Entlastung der Angehörigen dienen. Es bleibt Raum für die Angehörigen, um von ihren Befindlichkeiten und dem Leben mit einem Suchtkranken zu berichten.

Das DBT-A (Dialektisch- Behavioralen-Therapie) Konzept der Station KJP 5

Die Behandlung der jugendlichen Patienten auf der Station KJP5 basiert auf dem Konzept der DBT-A (Dialektisch-Behavioralen-Therapie für Adoleszente).

Bei der DBT-A Behandlung werden mit den Patienten verschiedene Fertigkeiten (sogenannte „Skills“) eingeübt, die den Umgang mit Stresssituationen, Beziehungen und Gefühlen verbessern und eine erhöhte Stabilität für den Patienten bedeuten. Dieser wesentliche Baustein des DBT wird in den regelmäßigen Pflegevisiten für die Pflegeplanung mit den Patienten besprochen und festgelegt.

In den zweimal pro Woche stattfindenden Skillsgruppen (sowie weiteren Einzeltherapien und Einzeltrainings) werden mit einer Bezugsperson folgende, verschiedene Fertigkeiten/ Skills trainiert:

  • Innere Achtsamkeit,
  • Stressregulative Fertigkeiten,
  • Emotionsregulative Fertigkeiten,
  • Zwischenmenschliche Fertigkeiten und
  • Dialektische Strategien.

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Ambulante, pflegerische vor- und nachstationäre Versorgung von Patienten mit schulvermeidendem Verhalten

Das pflegerische Angebot im ambulanten Setting ist eine Ergänzung einzeltherapeutischer Maßnahmen der Schulvermeider-Ambulanz. Die Patienten mit schulvermeidendem Verhalten der Station KJP 4 erhalten die ambulante pflegerische Versorgung sowohl prä- als auch poststationär, welche vorwiegend aufsuchend stattfindet.

Die prästationäre Begleitung durch den Pflege- und Erziehungsdienst soll die Motivation zur stationären Therapie erhöhen, die Angst hiervor reduzieren und die Aufnahme möglichst reibungslos ermöglichen. Dies geschieht durch motivationale Gesprächstechniken, zusätzliche konkrete Informationen zum Behandlungsangebot sowie über die Anbahnung erster persönlicher Kontakte zum Stationsteam.

Die poststationäre Begleitung der Patienten soll den Transfer bzw. die Ausweitung bisheriger Erfolge in den Alltag gewährleisten und potentiellen Rückfällen vor-beugen.

Die Unterstützung des Pflegenden soll etwaige Unsicherheiten bei der Umsetzung von auf der Station neu erlernten Kompetenzen und Fähigkeiten auffangen. Auch wenn während der stationären Behandlung nur ein stundenweiser Schulbesuch erreicht werden konnte, erfolgt die Ausweitung im ambulanten Setting. Effektive Nachsorge beinhaltet neben diesem Transfer auch eine Erarbeitung der Rückfallprophylaxe. Diese umfasst sowohl die Identifikation möglicher Risikofaktoren als auch der Schaffung stützender Rahmenbedingungen um beim Wiederauftreten der Symptomatik frühzeitig intervenieren zu können.