Zum Inhalt springen

Einweise- und Aufnahmeverfahren der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie sowie der Klinik für abhängiges Verhalten und Suchtmedizin

(Teil-) Stationäre Aufnahme

1. Elektive Aufnahmen

Die Möglichkeiten, sich über die Behandlungsangebote der Kliniken zu informieren, sind vielfältig. So bietet die Homepage der Kliniken im Internet eine Übersicht über alle ambulanten, teilstationären und stationären Behandlungsmöglichkeiten. Des Weiteren werden die Angebote auch in Broschüren oder Flyern dargestellt, die in den verschiedenen Bereichen der Kliniken ausliegen. Jeder Patient hat zudem die Möglichkeit, sich persönlich beim Arzt vom Dienst (AvD) zu informieren (Kontakt über die Pforte, Telefon 0201 7227-0). Nach vorheriger Terminvereinbarung sind auf Wunsch auch Besichtigungen der einzelnen Stationen oder Tageskliniken möglich.

Voraussetzung für die stationäre Behandlung ist die Verordnung einer stationären Krankenbehandlung. Niedergelassene Ärzte, die ihre Patienten zur stationären Aufnahme in unsere Kliniken anmelden möchten, können jederzeit telefonischen Kontakt zum AvD aufnehmen (Kontakt über die Pforte, Telefon 0201 7227-0), außerdem steht auch die zuständige Oberärztin telefonisch zur Verfügung (Kontakt über die Allgemeinpsychiatrische Ambulanz, Telefon 0201 7227-265).

Patienten zur elektiven stationären Aufnahme werden vor einer stationären Aufnahme vom Arzt vom Dienst (AvD) in der Allgemeinpsychiatrischen Institutsambulanz persönlich untersucht. Dieser stellt die Indikation zur stationären Aufnahme, legt das weitere Procedere fest und organisiert die weiteren Schritte. Patienten, die durch einen niedergelassenen Arzt zu einer stationären Aufnahme eingewiesen werden, stellen sich ebenfalls beim Arzt vom Dienst vor, welcher das weitere Vorgehen mit dem Patienten bespricht. Die Patienten werden nach dem persönlichen Gespräch vom Arzt vom Dienst auf der zuständigen Station oder in der Tagesklinik angemeldet und von den dortigen Mitarbeitern nach einer Warteliste einbestellt. Auf den Suchtstationen können sich insbesondere dort vorbehandelte Patienten auch telefonisch auf die Warteliste für die Aufnahme setzen lassen.

2. Notaufnahme

Die Erstkontakte und Kriseninterventionen bei Notfällen werden vom Arzt vom Dienst (AvD) in der Allgemeinpsychiatrischen Institutsambulanz durchgeführt. Wird nach entsprechender Diagnostik die Indikation zur sofortigen Notaufnahme wegen akuter Eigen- oder Fremdgefährdung (gegebenenfalls bei gerichtlichem Unterbringungsbeschluss) oder wegen der Akuität oder Schwere der psychischen Störung gestellt, werden die Patienten umgehend auf der Akut- und Aufnahmestation oder einer störungsspezifischen Station aufgenommen. Angehörige können bei einer Notaufnahme den Patienten bis zur Station begleiten und der Aufnahme beiwohnen, vorausgesetzt der Patient wünscht die Anwesenheit des Angehörigen.

3. Übernahme aus anderen Krankenhäuser

Patienten aus anderen somatischen und psychiatrischen Krankenhäusern des Stadtgebietes und auch überregional können in unseren Kliniken aufgenommen werden, soweit Aufnahmekapazität gegeben ist. Patienten, die im Versorgungssektor der Kliniken wohnen, werden hierbei vorrangig berücksichtigt. Jede Anfrage eines anderen Krankenhauses wird entgegengenommen und individuell geprüft. Ansprechpartner für alle Krankenhäuser mit Verlegungsansinnen ist der Arzt vom Dienst (AvD; Kontakt über die Pforte, Telefon 0201 7227-0).

Zur Bearbeitung der Anfrage durch den AvD sind erforderlich: Stammdaten des Patienten, Kontaktdaten des verlegenden Arztes und Krankenhauses, Krankheitsbild, Grund des Verlegungswunsches, Rechtsgrundlage, auf welcher der aktuelle stationäre Aufenthalt (freiwillig oder mit richterlichem Beschluss) stattfindet oder künftig in unseren Kliniken stattfinden soll, Rechtsgrundlage bei und während der potentiellen Verlegung, Vorliegen von akuter Eigen- oder Fremdgefährdung des Patienten. Vor der Verlegung des Patienten muss geklärt sein, ob dieser auf einer offenen, störungsspezifischen Station aufgenommen werden kann oder zunächst auf unsere geschlossene Akut-/ Aufnahmestation verlegt werden muss. Auch bei einer Verlegung eines freiwillig untergebrachten Patienten auf die geschlossene Akutstation ist die Rechtsgrundlage, mit welcher der Patient zu uns übernommen wird, wichtig. Bei einem Patienten (z.B. mit Suizidalität) auf freiwilliger Rechtsgrundlage, aber Indikation zur Behandlung auf der geschlossenen Aufnahmestation muss dieser sich mit einer Aufnahme auf einer geschlossenen Station schriftlich einverstanden erklären.

Bei Patienten aus somatischen Krankenhäusern ist in der Regel vor der Verlegung in unsere Kliniken eine fachärztliche psychiatrische Beurteilung des Patienten erforderlich. Hierdurch soll die Indikation für eine Verlegung und die Rechtsgrundlage für den Transport und die Aufnahme in eine der beiden Kliniken abgesichert werden. Falls erforderlich, muss zunächst die rechtliche Voraussetzung für die Verlegung geschaffen werden.

Unterlagen und Informationen, die bei einer Verlegung übermittelt werden sollten, sind: alle psychiatrischen und somatischen Diagnosen, Laborwerte, aktuelle Medikamente mit Dosierungen, wichtige Untersuchungsergebnisse (z.B. CT, MRT), alle juristisch relevanten (Unterbringungs-) Beschlüsse und Dokumente sowie sonstige wichtige Unterlagen und Dokumente.

4. Kooperation mit Netzwerken

Die Kooperationen im sozialpsychiatrischen Netzwerk sind in beiden Kliniken vielfältig. Beide Kliniken sind in die Versorgungsstruktur und das (sozialpsychiatrische) Netzwerk der Stadt Essen eingebunden (z. B. PSAG, Gesundheitsamt der Stadt Essen, Jugendamt, Job Center, niedergelassene Ärzte). Es existiert eine gewachsene und sehr intensive Zusammenarbeit mit vielen anderen Einrichtungen und Trägern, z. B. der Suchthilfe direkt Essen, den Essener Kontakten e. V., dem Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Ruhr e.V. (ASB), dem Diakoniewerk Essen, der Gesellschaft für Soziale Dienstleistungen Essen mbH (GSE). Viele Patienten, die in Wohnheimen, Außenwohngruppen, Wohngemeinschaften und anderen betreuten Wohnformen leben, werden von unseren Kliniken in Kooperation mit den jeweiligen Anbietern und Trägern ambulant und stationär behandelt.

Die Zugangswege zur stationären Behandlung für Patienten, die von Kooperationspartnern zugwiesen werden, folgen dem oben aufgeführten Vorgehen. Bei Rückfragen oder Besprechung von Vorgehensweisen innerhalb von besonderen Übereinkünften oder Verträgen zwischen verschiedenen an der Behandlung beteiligten Partnern und Einrichtungen steht der Arzt vom Dienst jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung.